Dienstag, 15. Mai 2012

[Rezension] Der Duft von Erde und Zitronen - Margherita Oggero

Originalcover
Deutsches Cover

 Zitat:
"Dieser Augenblick ist wunderschön, so schön wie manche Erinnerungen an früher."

Autorin: Margherita Oggero
Titel: Der Duft von Erde und Zitronen  
Originaltitel: L'ora di pietra
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (DVA gehört zu Randomhouse; 9. Mai 2012)
Sprache: Deutsch
  
Inhalt:
Wie eine Gefangene lebt Imma in der Wohnung einer Tante hoch im Norden Italiens, weit weg von ihrem Heimatdorf bei Neapel. Die Dreizehnjährige ist in großer Gefahr, denn als der Sohn des Clanchefs sie zu vergewaltigen versuchte, schlug sie mit einem Stein zu. Jetzt soll sie dafür bezahlen. In der Einsamkeit der endlos scheinenden Tage wird Immas Wunsch nach Freiheit immer größer, bis sie sich schließlich stundenweise hinausschleichen kann und den jungen Buchhändler Paolo kennenlernt. Seine Bücher eröffnen ihr eine neue Welt und geben ihr den Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Gestaltung:
Die Gestaltung finde ich sehr ansprechend, da man nur die Umrisse des Mädchens (Imma) sieht, aber nicht gleich ein Gesicht aufgedrückt bekommt. Die deutsche Version mag ich sogar noch mehr als das Original, da das Cover heller und freundlicher wirkt. Ohne Schutzhülle ist es komplett türkis und hat ein tolles orangfarbenes Lesebändchen. Beide Titel (Original & deutscher Titel) sind sehr passend gewählt, denn sowohl der Duft von Erde und Zitronen als auch L'ora di pietra (bedeutet so viel wie: Die steinernen Stunden) werden im Buch mehrfach erwähnt und spielen in gewisser Weise eine große Rolle.

Meine Meinung:
Die Rezension ist mir wirklich schwer gefallen, obwohl das Buch wirklich sehr gut war, erklären kann ich das leider nicht, aber lest mal das was ich jetzt (natürlich nur sprichwörtlich) zu Papier gebracht habe.
In "Der Duft von Erde und Zitronen" geht es um die dreizehnjährige Imma, die sich im Norden weit weg von ihrer Heimat verstecken muss.
Das Buch arbeitet dabei von außen nach innen. Man bekommt von Immas Familie, ihrem Dorf und der restlichen Umgebung erzählt und erst nach und nach erfährt man etwas von ihrer Situation, das erinnert auch ein wenig an "Der Nachtzirkus", der in einem ähnlichen Stil geschrieben wurde.
Imma selbst spielt dabei anfangs gar keine direkt Rolle, sondern hat im ganzen Buch eher kleinere Abschnitte, die zum Ende hin zahlenmäßig zunehmen, in denen sie gefangen in der Wohnung sitzt, trotzdem kommt sie nicht zu kurz.
Nicht nur in den Situationen und Perspektiven sondern auch in den Zeiten wird hin und her gewechselt, allerdings ohne Datum am Anfang eines Abschnitts, sondern ganz plötzlich.
Gestört hat das erstaunlicherweise nicht, im Gegenteil man konnte dem Geschehen trotzdem sehr gut folgen.
Ich empfand Imma als ein sehr schlaues, aufgewecktes Mädchen und sie war mir das ganze Buch durch sehr sympathisch. Sie ist jemand der schlimmes erlebt hat und sie versucht das zu verdrängen. Ihr Freiheitsdrang ist sehr ausgeprägt und so versucht durch  kurze Ausflüge nach draußen der Gefangenschaft zu entkommen. Sie wandelt sich im Laufe des Buches, wird selbstbewusster, versucht ihr Leben in die Hand zu nehmen und auch  ihre Beziehung zu anderen Menschen ändert sich.
Leider nehmen die Bücher und Paolo, die in der Inhaltsangabe erwähnt wurden nicht so viel Geschichte ein wie ich gehofft hatte. So ist zum Beispiel Paolo eher eine Randfigur, die nicht wirklich zum Zug kommt und sich einem nicht ganz erschließt, aber trotzdem schafft es die Autorin Immas Gedankenwelt im Bezug zu ihm schön darstellen.
Der Schluss hat mir Anfangs eher wenig zugesagt, doch im Nachhinein betrachtet passt er perfekt zum Buch, aber lasst euch da überraschen.

Fazit:
Eine bewegende Geschichte, die einen mit Hoffnung auf ein Leben, das man selbst in die Hand nehmen kann, zurücklässt. Melancholisch und trotzdem bezaubernd.

Gestaltung: ♥♥♥♥♥ (5/5)
Inhalt: ♥♥♥♥ (4/5)

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