Sonntag, 3. März 2013

[Rezension] Karin Baron - Tote essen kein Fast Food

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Zitat:
"Wenn Martin mich Helena nennt, wird's ernst. Das Helena hat nämlich er zu meinem Namen beigesteuert. Nach dieser griechischen Miss Universum, wegen der sich vor zweieinhalbtausend Jahren oder so zwei Kerle derartig in die Haare kriegten, dass sie den Trojanischen Krieg anzettelten, in den dan prompt halb Griechenland verwickelt war. Ob es meinetwegen auch mal zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommz? Wäre jedenfalls ausgesprochen schmeichelhaft [...]"
S.12

Autorin: Karin Baron
Titel: Tote essen kein Fastfood
Broschiert: 220 Seiten
Verlag: Kosmos, Auflage 1 (8. Januar 2013)
Sprache: Deutsch
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre

Inhalt:
Sylt. Ausgerechnet! Gegen eine Insel weiter südlich hätte die 16-jährige Fanny nichts einzuwenden gehabt. Aber Sylt, dieser sandige Haken in der Nordsee – garantiert ständig unter einer fetten Regenwolke und garantiert völlig öde. Doch dann werden Ferien auf der Insel alles andere als langweilig: Fanny macht unfreiwillig Bekanntschaft mit der Sylter Bunkerwelt und mit Jan, dem Jungen vom Strand. Gemeinsam machen sie sich auf die Spur nach einem verschwundenen Mädchen.

Gestaltung:
Das Cover zeigt Sylt auf dem Erdboden und unterhalb des Erdbodens, wobei man sich beim unteren Teil gut vorstellen kann, in einem verlassenen Gang unterhalb der Erde umherzulaufen, während irgendwo Wasser tröpfelt und man irgendwann schreiend durch die Gegend rennt, weil man ein Geräusch gehört hat. Die Oberseite hingegen ist sonnig und vermittelt Urlaubsgefühl.
Die Idee gefällt mir gut, die Umsetzung hätte man meiner Meinung nach noch besser machen können.

Meine Meinung:
Tote essen kein Fast Food ist soweit ich mich Erinnern kann mein erster Krimi (, wenn man mal von dem Killerviruskrimi aus der eBayverkaufskiste meiner Schwester absieht) gewesen. Ich konnte mich mit dem Krimi- und Thrillergenre bisher einfach nicht anfreunden, da die Welt schon schrecklich genug ist, da brauche ich nicht noch mehr Tote, wenn ich lese. Aber ich wurde absolut positiv überrascht! Dass ich genau dieses Buch als "Einsteigerkrimi" erwischt habe, war ein glücklicher Zufall, denn das Buch ist nicht sehr krimitypisch oder zumindest das, was ich mir darunter vorstelle.

Die sechszehnjährige Helena oder besser gesagt Fanny wird von ihrem alleinerziehenden Vater zu einem Sylturlaub gezwungen, dort muss sie feststellen, dass ihr Vater nicht nur sie in den Urlaub eingeplant hat, sondern auch seine neue Freundin und ihre zehnjährige Tochter Frida. Zur gleichen Zeit verschwindet Mia Sander und Fanny begegnet am Strand Jan und stellt fest, dass Sylt vielleicht doch nicht so langweilig ist.

Die Themen in dem Buch sind zahlreich: Die verschwundene Mia Sander, Patchworkfamilien und auch eine kleine Liebesgeschichte. Keines der Themen verdrängt eines der anderen und zusammen mit den Charakteren entwickelte sich daraus ein guter Plot. Fanny ist mir auf Anhieb sympathisch gewesen mit ihrer sarkastisch-witzigen Art und wenn sie es mal mit ihren Späßen übertreibt, sieht sie das auch ein und man kann trotzdem darüber lachen. Sie ist einer der angenehmsten Hauptcharaktere, die ich jemals hatte. Frida, die zehnjährige neue "Schwester", ist keine typische zehnjährige und fällt nicht einmal während des Buches als nerviges Kind auf, stattdessen kümmert sie sich um ihre schwangere Schlange und hat mehr Selbstbewusstsein, als ihr gut tut. Auch die anderen Charaktere, also Fannys Vater, seine Freundin und Jan sind nicht weniger sympathisch als Fanny und Frida.

Beim Schreibstil bemerkt man wieder den Vorteil nicht übersetzter Bücher, deutsche Autoren benutzen Redewendungen, die ein Übersetzer sich nie trauen würde oder die es so in anderen Sprachen gar nicht gibt. Auf jeden Fall ist der Schreibstil angenehm und ungezwungen und sorgt zusammen mit einer tollen Spannungskurve, für einen netten Leseabend, der bei mir insgesamt nur einmal durch einen winzigen Logikfehler unterbrochen wurde.

Fazit:
Spannend, lustig und lesenswert! Bei meinem allerersten Krimi wurde ich doch tatsächlich sehr positiv überrascht. Ob das Buch allerdings etwas für Krimifans ist, kann ich nicht beurteilen.

Gestaltung: ♥♥♥ (3/5)
Inhalt: ♥♥♥♥ (4/5)

Kommentare:

  1. Na, ich bin auch nicht gerade ein Krimifan, weil ich den Satz "Die Welt ist schon schrecklich genug", nur unterschreiben kann ;)Aber wenn du meinst, als Einsteigerkrimi ist es gar nicht so schlecht.....da komm ich in's Grübeln^^

    Was mich ziemlich interessiert ist: Wie kommt man denn von Helena auf Fanny??? Ich weiß, hat jetzt total was damit zu tun :D

    Ich werd das Buch auf jeden Fall im Auge behalten und ja, bei deutschen Büchern ist es manchmal wirklich schön, gute Redewendungen lesen zu können! =D

    Tolle Rezi jedenfalls, das Buch wird gemerkt!
    Liebste Grüße,
    L E Y

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    1. Keine Ahnung, wie man darauf kommt. Wurde im Buch glaube ich nicht erwähnt oder ich habs vergessen :'D

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