Samstag, 18. Mai 2013

[Rezension] Kai Meyer - Asche und Phönix

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Originalcover
Zitat:
"'Setzt du irgendwann auch mal nicht deinen Kopf durch?' 
'Manchmal schlafe ich.'"
S.354

Autor: Kai Meyer
Titel: Asche und Phönix
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Carlsen (November 2012)
Sprache: Deutsch
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren

Inhalt:
Parker und Ash haben nichts gemeinsam. Er ist Hollywoods größter Jungstar, das Gesicht des Magiers Phoenix aus den »Glamour«-Filmen. Sie ist eine »Unsichtbare«, nirgends zu Hause, getrieben von der Angst, wie alle anderen zu sein. Doch dann erwischt Parker Ash in seiner Londoner Hotelsuite, wo sie gerade sein Bargeld klaut. Parker kann sein Leben im Fokus der Medien nicht mehr ertragen. Und nutzt die Chance, mit Ash vor den Fans und Paparazzi zu fliehen. Dabei scheint er geradezu körperlich abhängig von Ruhm und Aufmerksamkeit. Ihre gemeinsame Flucht führt sie durch Frankreich an die Côte d’Azur – auf den Spuren eines teuflischen Paktes, verfolgt von einer dämonischen Macht, die sie gnadenlos jagt.

Gestaltung:
Das Cover finde ich wunderschön und es passt einfach perfekt zum Buch. Die Häuser an der Küste kommen auch im Buch vor und die Schrift darüber ist einfach wunderbar. Der Titel des Buches besteht aus den Namen der Hauptcharaktere, auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht auffällt. Asche steht für Ash und Phönix für den Namen von Parkers Hauptrolle.

Meine Meinung:
Parker erwischt Ash, wie sie ihn in seinem Hotelzimmer beklaut. Spontan beschließt er, mit ihr wegzugehen und nicht nur dem Medienrummeln, sondern auch ständiger Bewachung, zu entkommen. Schon da bemerkt man, wie ungewöhnlich die Charaktere in Asche und Phönix sind. Ash zieht alleine durch die Welt und klaut Geld aus Hotelsuits, während Parker als weltberühmter Schauspieler auf der großen Leinwand zu sehen ist, aber trotzdem unter der Macht seines Vaters leidet. Das Einzige was die beiden gemeinsam haben zu scheinen sind Probleme verschiedenster Art, die sie jeder für sich bekämpfen oder ertragen.

Ash war mir mit ihrer Art sympathisch, Parker zwar weniger, aber man merkt, dass beide intelligente und schön ausgearbeitete Charakter sind. An der Beziehung der beiden zueinander konnte ich aber nicht viel positives finden. Ich konnte nicht ganz nachvollziehen, wie die Gefühle der Beiden entstanden, was vielleicht auch daran liegt, dass weder Parker noch Ash ihre Gefühlen umherschmeißen wie Konfetti. Gerade deshalb hätte ich mir mehr Emotionen gewünscht.

Die Fantasyelemente wurden alle seitens Parkers in die Geschichte hineingebracht und wirken gerade deswegen so gewöhnlich und passend, weil die Charaktere selbst sie sehr locker hinnehmen und behandeln. Das wohl wichtigste Fantasyelement in Asche und Phönix ist Libatique, der nach Ruhm strebt, ohne selbst im Rampenlicht zu stehen. In ihm sind alle verachtenswerten Eigenschaften versammelt und er gibt einen glaubwürdigen Gegenspieler ab.

Der Schreibstil von Kai Meyer war klasse wie bei seinen anderen Büchern auch. Er vermittelt Spannung gut und auch sonst hat mich am Schreibstil bisher noch nie etwas gestört, wobei die viele Schreiberfahrung da wohl ihr Übriges tut. Was mir bei Asche und Phönix allerdings aufgefallen ist, ist die Brutalität im Buch. Es gab mehr Gewalt, als ich es beispielsweise von Arkadien im Kopf hatte und obwohl normalerweise kein Problem mit etwas brutaleren Beschreibungen habe, musste ich das ein oder andere Mal schaudern. 

Auch wenn die Handlung spannend war, konnte sie mich nicht durchgehend mitreißen und das Ende ist mir schon viele Seiten vorher so in den Sinn gekommen, daher war ich etwas enttäuscht, weil ich auf eine unerwartete Wendung oder einen anderen Kniff des Autors gehofft hatte. Vielleicht waren meine Erwartungen an das Buch insgesamt etwas zu hoch angesetzt und ich umso mehr enttäuscht.

Fazit:
Eine nette Geschichte, aber umwerfend fand ich sie nicht.

Gestaltung: ♥♥♥♥♥ (5/5)
Inhalt: ♥♥♥ (3,5/5)

Kommentare:

  1. Ich kann dir in vielen Punkten zustimmen und umwerfend fand ich sie auch nicht :-)
    LG

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    1. Puhh da bin ich ein wenig erleichtert ;) Ich hab nämlich größtenteils 5-Sterne-Bewertungen gesehen und habe mich schon gefragt, ob ich der einzige Mensch bin, der das Buch nicht vergöttert :D

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  2. Ich überleg auch, mir was von Kai Meyer zuzulegen ... Ist Arkadien empfehlenswerter als Asche und Phönix? :)

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    1. Meiner Meinung nach ja! Die Hauptcharaktere in Arkadien waren mir sympathischer und die Geschichte fand ich gefühlvoller. Ich liebe Arkadien! Aber es kommt natürlich auch darauf an, ob du lieber eine Reihe oder einen Einzelband liest ;)

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    2. Bei Arkadien war ich mir immer unsicher, ob mich die Geschichte überhaupt reizt. Dieses ganze Mafiazeugs, weiß nicht, aber wenn es gut umgesetzt ist ...

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    3. Also ich wurde positiv vom Mafiazeugs überrascht. Ich schätze der einzige Weg herauszufinden, wie du es findest, ist es auszuprobieren :D ich würde mich freuen, wenn du mir dann sagst, wie du es fandest, falls du es liest!

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  3. Wenn ich das jetzt deine Rezi lese und zustimmen muss, überlege ich, ob meine 5 Sterne überhaupt realistisch gewählt waren xD (oder hab ich nur 4 gegeben? Weiß ich gar nicht mehr).

    Ich hatte zum Glück gar keine Erwartungen, weil es mein erstes Kai Meyer Buch war xD

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    1. So geht es mir auch gelegentlich, wenn ich schlechte Meinungen über ein Buch lese, dass bei mir 4 oder 5 Sterne hatte. Ich kann aber wirklich nicht sagen, wie ich die Bücher fände, wenn ich sie nochmal lesen würde. Hätte ich genug Zeit, würde ich sie wohl nochmal lesen :D

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    2. Das überlege ich auch manchmal xD Hatte es schon, dass mir ein Buch nach dem 2. Mal besser gefallen hat.
      Wobei, als ich Twilight das 2. Mal gelesen habe, hätte ich bei Band 3 kotzen können, so langweilig war das xD

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    3. Bei Twilight war es so, dass ich das Buch in der Schule ein zweites Mal lesen MUSSTE und das mit dem ganzen Interpretationsgedöns. Seit dem wurde es nie wieder angerührt. Ich hab ein bisschen angefangen das Buch zu hassen xD Dabei war es nicht so schlecht.

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  4. Mir hat das Buch auch nicht wirklich gefallen. Die Idee fand ich an sich wirklich super und anders, aber mir wars auch zu brutal (obwohl ich zB Ashes von der Brutalität her nicht so schlimm finde) und der Abspann hat sich mit dem Rest des Buches widersprochen. Außerdem konnte ich Parkers abgrundtiefen Hass auf seinen Vater nicht nachvollziehen, diesen fand ich zu übertrieben.

    lg. Tine =)

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    1. Ich fand Ashes auch nicht so schlimm, aber bei Asche und Phönix ist mir die Brutalität wirklich aufgefallen. Parker Hass konnte ich ein wenig nachvollziehen, aber natürlich ist er ziemlich ungewöhnlich und heftig.

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  5. Da ich die Arkadien-Bücher zwar gut, aber auch nicht wahnsinnig toll fand, weiß ich noch nicht, ob ich das Buch tatsächlich lesen soll... Ich hatte es letztens mal aus der Bücherei ausgeliehen, hatte dann aber nie Lust, es tatsächlich auch zu lesen... :/ Mal sehen, wenn ich es wieder in der Bücherei sehe, leih ich es mir vlt nochmal aus :D

    Liebe Grüße
    Chrisi

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    1. Arkadien fand ich super! :D Vielleicht gefällt dir ja Asche und Phönix besser als mir, ich denke ein Versuch kann nicht schaden ;)

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  6. Schön, mal keine 5 Sterne-Bewertung zu lesen. Mir gefielen die Charaktere und auch die Beziehung (nicht zu dick aufgetragen) zwischen Ash und Parker sehr gut. Aber mich hat die Handlung auch nicht so richtig packen können, obwohl sie mir gefiel, aber ich konnte das Buch jederzeit weglegen und was anderes machen. Irgendwie war mir das Ganze zu glatt.
    Die Story finde ich trotzdem gut und Libatique ist schon eine faszinierende Gestalt, mich würde es nicht wundern, wenn es ihn wirklich gäbe. ;-)

    Liebe Grüße von der Tintenelfe

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    1. Ja, das mit der Handlung kann ich nachvollziehen. Ich hatte auch keine Probleme das Buch wegzulegen :) Libatique in echt? Uah, nicht was ich mir wünschen würde. Die Beschreibung klang schon sehr unangenehm ;D

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  7. Hallo Elisa,

    von Kai Meyer kenne ich bisher nur die "Merle-Trilogie", die fand ich zwar ganz amüsant, aber umgehauen hat sie mich nicht. Vielen gefällt Asche und Phoenix jedoch besser, und ich war mir nie so ganz sicher. Mittlerweile habe ich weniger Lust auf das Buch...

    Deine Rezi ist sehr schön geworden ;)
    LG, Jada

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    1. Den ersten Band der Merle Trilogie habe ich gelesen und war ein wenig enttäuscht :/ Aber ich will trotzdem weiterlesen und schauen wie sich die Geschichte entwickelt!
      Dankeschön ;)

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  8. Ich muss sagen, ich habe noch nie ein Buch von Kai Meyer gelesen, aber vielleicht wird es ja doch einmal Zeit.

    Allerdings muss ich sagen, dass mich das Cover so gar nicht anspricht. Es sieht für mich nach "erwachsener" Belletristik aus, weniger wie ein Jugendbuch. Aber es ist ja der Inhalt, der zählt :-)

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    1. So kommt das Cover bei dir rüber? Überrascht mich, ich hab bei erwachsener Belletristik nämlich eher 0815 Cover im Sinn und Asche und Phönix fand ich eher "speziell" :) Aber du hast Recht, am Ende zählt der Inhalt!

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