Montag, 6. Mai 2013

[Rezension] Rainer Weckwerth - Das Labyrinth erwacht

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Originalcover
Zitat:
"Aber vielleicht liegt darin auch die Perversion unseres Überlebens, Vielleicht sollen wir gegeneinander kämpfen, uns gegenseitig töten. Nur ein Preis. Nur ein Sieger. Ein Mörder würde überleben."
S. 195

Autor: Rainer Weckwerth
Titel: Das Labyrinth erwacht
Gebundene Ausgabe: 407 Seiten
Verlag: Arena (Januar 2013)
Sprache: Deutsch
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Buchreihe: Das Labyrinth 1 - Das Labyrinth erwacht
                                            2 - Das Labyrinth jagt dich (ersch. Sommer 2013)
                                            3 - ?

Inhalt:
Das Labyrinth. Es denkt. Es ist bösartig.
Sieben Jugendliche werden durch Raum und Zeit versetzt.
Sie wissen nicht mehr, wer sie einmal waren.
Aber das Labyrinth kennt sie.
Jagt sie.
Es gibt nur eine einzige Botschaft an jeden von ihnen:
Du hast zweiundsiebzig Stunden Zeit das nächste Tor zu erreichen oder du stirbst.
Problem Nummer Eins, es gibt nur sechs Tore.
Problem Nummer Zwei, ihr seid nicht allein.

Gestaltung:
Die Gestaltung von Das Labyrinth erwacht finde ich eher uninteressant und das Buch hätte mich im Buchladen nicht auf sich aufmerksam gemacht. Am Meisten hat mich am Buch der Titel, Autor und Klappentext angesprochen, die das Buch gleich viel attraktiver machen.

Meine Meinung:
Jeb, Jenna, Mischa, Léon, Tian, Mary und Kathy. Die sieben Jugendlichen, die sich nie zuvor begegnet sind, wachen in einer völlig anderen und neuen Welt auf. Sie wissen nicht woher sie kommen, wieso sie dort sind, wo sie sind und wieso Jeb derjenige ist, der als Erstes erfährt, was scheinbar das Ziel ihres Aufenthalts ist. Die Jugendlichen sollen nämlich 6 Welten durchqueren, in denen Tore auf sie warten, doch in jeder Welt gibt es ein Tor weniger und sie werden außerdem von mysteriösen Wesen und Menschen mit unguten Absichten verfolgt.

Der Start in die Geschichte war etwas holprig, da nicht nur die Charaktere, sondern auch der Leser, in die neue Situation reingeworfen wird. Man fragt sich natürlich, ob man genauso wie die 7 Jugendlichen reagiert hätte oder ob die Reaktionen nicht eher unrealistisch sind. Nach einigen Seiten lässt man sich allerdings doch auf die Geschichte ein. Besonders mit Jenna und Jeb kann man sich identifizieren. Trotz des Titels sollte man kein richtiges Labyrinth als Spielort erwarten, denn die Welt in der sich die Jugendlichen befinden hat wenig damit gemein, außer, dass niemand weiß, was sich hinter der nächsten Ecke (oder in dem Fall in der nächsten Welt) befindet.

Jeb ist sowas wie der Anführer der Gruppe. Zumindest spürt man bei ihm den Willen die Gruppe am Leben zu halten und nicht nur sich selbst. Er und Jenna mögen einander und scheinen eine Verbindung zu spüren. Jenna ist zwar nicht durch heroische Taten aufgefallen, aber sie ist einer der sympathischsten Charaktere gewesen. Das Gegenteil von ihrer hilfsbereiten Art ist Kathy. Sie stellt, zusammen mit den Verfolgern der Jugendlichen, die "böse" Hälfte der Charaktere dar. Sie ist unsympathisch, selbstsüchtig, manipulativ und würde alles tun, um ihr Überleben zu sichern. Trotzdem will man sie besser kennenlernen, um die Beweggründe für ihr Handeln nachvollziehen zu können. Denn die bleiben zum großen Teil im Dunkeln.

Während Jeb die gesamte Gruppe am Leben halten will, will Léon nur sich selbst am Leben erhalten und zeigt das auch. Er ist ein Kämpfer und arbeitet nur zweckmäßig mit den Anderen zusammen. Er macht im Buch die auffälligste Entwicklung durch. Sein starkes Wesen wird von Mischa bewundert, von dem man gefühlt am wenigsten erfährt. Tian und Mary scheinen die Schwächsten in der Gruppe zu sein und haben immer wieder mit sich selbst zu kämpfen.

Obwohl es vergleichsweise wenige Charaktere gibt, dreht sich im Buch viel um zwischenmenschliche Beziehungen, denn die 7 Charaktere sind gleichzeitig alle Hauptcharaktere. Man erfährt viel über sie und bekommt oft einen guten Einblick in ihr Gefühlsleben. Gerade weil sie keine Erinnerung haben oder sich nur bruchstückhaft erinnern, erleben sie ihre Situation viel intensiver und man fühlt sich näher am Geschehen. 

Der Schreibstil von Rainer Weckwerth hat mir, wie schon in Damian, gut gefallen. Er kann mit der Sprache umgehen und Spannung erzeugen. Was mir ein bisschen gefehlt hat, aber auch völlig nachvollziehbar ist, sind Erklärungen. Am Ende des Buches ist man nicht sehr viel schlauer als am Anfang und die Situation der Jugendlichen ist immer noch im Dunkeln. Man kann zwar schlecht die Spannung vorwegnehmen, da die Reihe noch 2 Bände hat, aber ein paar Appetithäppchen an Information hätten mir gefallen. Gerade deswegen freue ich mich auf die Fortsetzung der Reihe!

Fazit:
Ein guter Start in eine neue Buchreihe mit vielen ungeklärten Fragen, Spannung und ungewöhnlichen Charakteren.

Gestaltung: ♥♥♥ (3/5)
Inhalt: ♥♥♥♥ (4/5)

Kommentare:

  1. WAAAH! Will auch lesen :o
    Deine Rezension hört sich echt toll an und ich bin gerade total happy, dass es eine Buchreihe werden soll, das wusste ich gar nicht, bin nicht sehr auf dem Laufenden xD

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    1. Ich bin mir auch nie sicher, was zu einer Reihe gehört, aber nachdem man es gelesen hat, merkt man das schon :D

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    2. Na ja, ich habe das Buch ja noch nicht gelesen :p Aber es soll ja sogar verfilmt werden o.o

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    3. Echt? Wow! Das kann ich mir bei dem Buch sogar gut vorstellen.

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  2. Vor dem Buch habe ich auch schon ab und an gestanden und war mir doch nicht sicher, ob es mich wirklich packen kann. Aber deine Rezension klingt vielversprechend. Vielleicht gönne ich ihm doch einen Wunschzettel-Platz ;)

    Deine aktuelle Leseliste zeigt auch "Werther" wenn ich das korrekt entziffere. Mir hat dieses Buch von Goethe leider nicht so gut gefallen (danach habe ich von Büchern in Tagebuch/Briefform auch erst Abstand genommen), da fand ich "Faust" und "Iphigenie" besser. Wie gefällt es dir aktuell? Schau doch mal bei mir vorbei, wenn du Zeit und Lust hast.

    Liebe Grüße,
    Patricia

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    1. Jep, das ist Werther :D
      Es ist ein Auf und Ab mit dem Buch. Ich fand es am Anfang schlechter als die letzte Schullektüre (Emilia Galotti), inzwischen gab es wirklich gute Stellen, aber ich bin noch skeptisch. Wir sind auch erst am Anfang, also mal schauen wie sich das Buch entwickelt. Ansonsten habe ich noch nichts von Goethe gelsen und habe daher keine Vergleichsmöglichkeiten.

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  3. Ich denke, dass es zu dem Buch dazu gehört, noch nicht wirklich etwas zu wissen. Die Protagonisten haben ja auch nur ihre Bruchstückhaften Erinnerungen, damit müssen sie und der Leser gleichermaßen klarkommen. Man könnte vielleicht darüber streiten, ob so eine Geschichte besser auf einen Einzelband begrenzt wäre - wäre für den Umfang der Geschichte schade, aber man hätte wenigstens ein Ende. Obwohl das ja nicht heißen muss, dass man am Ende alle Informationen hat. Es gibt einen Film, an den mich das Buch ein wenig erinnert ("Cube") und der hat ein ganz offenes Ende, das ich mir für diese Reihe vorstellen könnte (wären da nicht die immer gleichen Forderungen im Jugendbuchbereich nach dem Rund-um-Wohlfühl-Ende ohne die kleinste offene Frage. Das offene Ende ist in den Köpfen vieler (junger) Leser leider vom Aussterben bedroht. Das ist jedenfalls mein Gefühl...)

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    1. Also ein komplett geschlossenes Ende muss nicht sein. Ich kenne einige Bücher, die auch von mir eine sehr gute Bewertung bekommen haben, obwohl sie ein sehr offenes Ende haben (z.B. die Skinned-Reihe). Auch die bruchstückhaften Erinnerungen finde ich nicht zu wenig, nur insgesamt hätte ich mir ein bisschen mehr Info gewünscht. Trotzdem hast du natürlich Recht und es gehört zum Buch irgendwie dazu. Die gesamte Reihe auf ein Buch zu kürzen fänd ich nicht gut, obwohl ich mir vorstellen könnte, dass man die Reihe rein technisch gesehen auf 2 Bücher beschränken hätte können.

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  4. Hallo Elisa,

    schön beschrieben :-) Mich selbst hat es nicht gestört, dass man zumindest anfangs nur wenig über die Protagonisten erfahren hat. Das gehörte für mich einfach zur Geschichte dazu, weil diese selbst auch nichts über ihre Vergangenheit wussten. Definitiv konnte man dennoch einige überraschende Entwicklungen der Charaktere verzeichnen. Schön, dass dir das Buch auch gefallen hat! Ich finde, es ist ein guter Einstieg in diese Reihe.

    LG

    Kay

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    1. Die Entwicklung der Charaktere ist auch wirklich toll und als Reihenstart macht sich das Buch gut, da hab ich schon viel schlechtere Bücher in der Hand gehabt ;)

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